JJJ_Kopgrafik_2017
Bild: Renate Niedenthal

Veranstaltungsreihe 150 Jahre St. Johannis-Kapelle: Konzert für Akkordeon und Bratsche

Beschreibung

„Von den Landschaften“

Programm:
Franz Schubert (1797 – 1828) aus „Die schöne Müllerin“ (1821)
- Des Baches Wiegenlied
- Das Wandern
- Morgengruß
- Mein!

John Dowland (1563-1626) Intermezzo 1:
- Flow my tears
- If my complaints could passions move

Toshio Hosokawa (*1955)
Ibuki (2016) für Bratsche solo

Domenico Scarlatti (1685 - 1757) Intermezzo 2:
- Sonate K 132 Cantabile
- Sonate K133 Allegro

Franz Schubert aus „Die schöne Müllerin“ (1821)
- Danksagung an den Bach
- Der Neugierige
- Ungeduld
- Die liebe Farbe

Toshio Hosokawa
„In die Tiefe der Zeit“ (1994)

„Von den Landschaften“
In Schuberts Zyklus aus dem Jahr 1821 „Die schöne Müllerin“ nach Gedichten von Wilhelm Müller entwickelt sich entlang eines Baches eine poetische Liebesgeschichte. Der Bach, das fließende Wasser, zieht den Wanderer in die Welt. Er wird Gefährte zur Zwiesprache und Spiegel der Stimmungen des Müllergesellen. Mit einem Spannungsbogen von Naturverbundenheit, Hoffnung, Enttäuschung und Trauer ist der Bach die Verbindung zwischen diesen Wechselbädern der Gefühle.
Die Präsentation einer Auswahl von acht Liedern des Liederzyklus der schönen Müllerin als Transkription für Bratsche und Akkordeon ist ungewöhnlich. Ihre Stärke liegt darin, die Stücke, die als einfaches oder variiertes Strophenlied konzipiert sind, in ihrer musikalischen Wärme und Ausdruckskraft jenseits des gesungenen Wortes, zum Ausdruck zu bringen. Auf diese Weise schafft die Transkription beider Stimmen die Möglichkeit, dieses Kleinod der Liedkunst auf völlig andere Weise neu zu hören und seine musikalische Gestalt neu zu deuten.

Die Naturverbundenheit ist das Bindeglied zwischen Schuberts Liederzyklus und den Werken Hosokawas. Der Rhythmus des Werdens und Vergehens in der Natur, das Atmen der Lebewesen oder der Meereswellen sind wichtige klangliche Anknüpfungspunkte in der Musik Hosokawas. Die Landschaft wird in seiner Musik zur Landschaft eines Klanges mit all seinen Schattierungen. Der Komponist verwebt auf einzigartige Weise Musik und Natur, östliche und westliche Klänge ineinander. Ein weiteres Kleinod des Programmes ist ein neues Solowerk für Bratsche, das Hosokawa für den Kölner Bratschisten Axel Porath schrieb und bei „Acht Brücken Festival“ in Köln 2016 von diesem uraufgeführt wurde. Toshio Hosokawa studierte in Freiburg und lebt in Japan. Er ist einer der wichtigsten Komponisten der Gegenwart.
Die Lieder von Schubert werden durch die modernen Werke Toshio Hosokawas in einen neuen ästhetischen Zusammenhang gerückt.
Zwei Intermezzi werden zu diesen Komponisten gesellt. Mit John Dowlands Liedern wirft das Programm einen Blick in die frühe Liedkunst. Zu Dowlands Zeit war die Instrumentaltranskription der Werke, die für Gesang entstanden eine völlig zu erwartender Umgang mit Musik. So werden diese beiden Lieder in für diese Zeit angemessener Weise kontextualisiert. Intermezzo 2 führt mit den Sonaten von Domenico Scarlatti in eine erste Blüte der reinen Instrumentalmusik.

Wir laden ein mit zu wandern durch die verschiedenen Welten.

Event single img Bildquelle: Gerhard Richter

Informationen zu den Ausführenden

Margit Kern - Akkordeon
aufgewachsen in der Nähe von Darmstadt, studierte Akkordeon bei Hugo Noth und bei Matti Rantanen an der Sibelius Akademie in Helsinki. Sie konzertiert mit Solo-Recitals und als Kammermusikerin in vielen europäischen Ländern, reiste in die USA und nach Süd-Korea. Sie spielt als Gast bei der musikFabrik NRW, beim Ensemble Modern, bei l’art pour l’art, oh Ton-Ensemble, Seoul Spring Festival, den Weltmusiktagen in Stuttgart, Musica Viva in München, Perugia Classica Festival, Forum neuer Musik des DLF und vielen anderen. Eine rege Zusammenarbeit verbindet sie mit zahlreichen zeitgenössischen Komponisten, deren Werke sie uraufführt. Zahlreiche Rundfunkporträts verdeutlichen diese Spezialisierung. 2005 veröffentlichte sie ihre erste Solo-CD mit dem Titel „Heart“, 2011 „TWO“ und 2013 folgte „mirror“.
In mixtura realisiert sie zusammen mit Katharina Bäuml seit 2010 gemeinsame Projekte, in denen sich Komponisten und Sprachen weit auseinander liegender Zeiten begegnen. 2011 erschien die erste CD „Miniatures“ mit eigens für mixtura neu geschriebenen Stücken. „Archipel Machaut“ und „Sibylla“ folgten 2013 und 2014.
Margit Kern lehrt als Honorarprofessorin an der Hochschule für Künste, Bremen, im Fachbereich Musik.

Axel Porath - Bratsche
Der 1972 in Hagen geborene Violaspieler Axel Porath ist festes Ensemblemitglied der musikFabrik. Er studierte Viola in Stuttgart, Frankfurt und Karlsruhe, außerdem Kammermusik beim Melos Quartett. Zudem besuchte Axel Porath Kurse beim Borodin Quartett. Als leidenschaftlicher Kammermusiker konzertierte Axel Porath mit Ensembles wie dem Abegg Trio und dem Odeon Quartett. Neben seiner Arbeit mit der musikFabrik wirkt er als Stimmführer der Heidelberger Symphoniker und spielt regelmäßig im SWR Radiosinfonieorchester Stuttgart und im Stuttgarter Kammerorchester.
Axel Porath war zudem mehrfach als Dozent tätig und erarbeitete Konzerte mit dem LandesJugendEnsemble für Neue Musik Nordrhein-Westfalen. Als Mitglied der musikFabrik und in anderen Formationen ist er an einer Vielzahl von Rundfunk- und CD-Produktionen beteiligt gewesen.

Wann

Eintrittspreis/Kosten

Eintritt frei - um Spenden wird gebeten

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